Whisky 3D August 2018

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So! Bevor heute Abend der September 3D stattfindet habe ich hier dann doch noch den Bericht über den August 3D für alle Interessierten – Sorry for delay!

Der Sommer will uns ja dieses Jahr songar nicht verlassen und auch am Abend des August 3D‘s herrschten immer noch ordentlich hochsommerliche Temperaturen. In früheren Jahren hätten wir nun bepackt mit Stühlen und Kisten den Weg in die Orangerie angetreten und dort auf dem inzwischen völlig verbrannten Rasen unsere Zelte aufgeschlagen.

Doch dank der neuesten Errungenschaft des Whiskykoch/Mr.Pepper‘s Businesses blieb uns diese Pilgerfahrt diesmal erspart, denn jetzt gibt es das „ACROSS THE ROAD“. Nein ! Marion und Chris haben noch kein zweites Restaurant eröffnet, sich aber die Möglichkeit erkämpft den kleinen Platz gegenüber dem Whiskykoch als Outdoorfläche zu nutzen. Nett gestaltet lädt die kleine Niesche nun zum draußen trinken und vespern ein, denn natürlich gibt es neben Getränken auch die Möglichkeit etwas zu schnabulieren.

Doch kommen wir zum eigentlichen Punkt dieses Beitrags, dem 3D Tasting. Adelphis Private Stock war wieder da und damit auch unser inzwischen sehr liebgewonnener Eichwhisky, der das Tasting zuvor noch Urlaub eingelegt hatte. Gute für uns – vielleicht weniger gut für die Kandidaten des Abends, denn die hatten es gegenüber dem Juli 3D nun etwas schwerer zu überzeugen.

Doch sie schlugen sich ganz bravurös.

Whisky No. 1

Beim Nosing des ersten Kandidaten gab es zunächst einmal leichte Verwirrung, war doch die Aromenfindung gar nicht so einfach. Letztendlich lässt sich sagen, dass er leicht wirkte und Limette und reife Tomate auszumachen waren.

Auf der Zunge bot sich dann ein ganz anderes Bild. Der Whisky wirkte zunächst sehr weich entwickelte dann aber ein realtiv vollmundiges Aroma mit Noten von Fudge und einem Hauch Lakritz (zum. bei mir) um dann im Abgang ein klein wenig zu verlieren, denn dort wirkte er recht scharf und hinterließ nur weit vorne auf der Zunge einen bleibenden Eindruck.

Diese Leistung reichet dann für eine dennoch gute Durchschnittsnote von 5,25/10 Punkten.

Es handelte sich um einen Bland aus dem Hause Adelphi, dessen (jüngste) Komponenten 8 Jahre reifen durften. Als Aufenthaltsort dieser 8 Jahre dürfen Sherryfässer notiert werden, weshalb die Tatsache, dass die Zugabe von Wasser zu einer zunehmenden Süße führte, nicht überraschen dürfte. Abgefüllt wurde der Whisky mit 46% Trinkstärke.

Glenborrowdale Blend 8 Jahre – 5,25/10 Punkten im Tasting – Bild G. Ewert

Das war schon mal eine ordentliche Messlatte für

Whisky No. 2

Der präsentierte sich mit angenehmen Rauchnoten beim Nosing, denen die oft typischen Nebenerscheinungen von verbranntem Gummi abgingen. Ein hauch Räucherstäbchen, sowie Zitrus- und Vanillenoten schraubten die Erwartungen zusätzlich hoch.

Auf der Zunge wurde der Whisky diesem Geruchsvorschuss ebenfalls gerecht. Er schmeckte schön malzig, rauchig mit einem schönen Volumen. Lediglich eine mit der Zeit zunehmende erdige Note trübte den Genuss etwas. Auch hätte man sich etwas mehr Komplextät wüschen können.

Dennoch reichte es um den guten Glenborrowdale auf die Plätze zu verweisen, denn der Tropfen erreichte 6,63/10 Punkten im Tasting.

Der Balledhin – heavily peated – stammt aus dem Hause Edradour und durfte 10 Jahre lang in amerikanischen und europäischen Eichenfässern reifen, wobei er mit einem Anteil an in Sherryfässern gereiftem Whisky abgerundet wurde.

Edradour Ballechin heavily peated 10 Jahre – 6,63/10 Punkte – Bild G. Ewert

Eine ordentliche Hürde für

Whisky No. 3

Dieser rief zunächst einmal durch seine extrem blasse Farbe Verwunderung hervor, die schon fast an einen Newmake erinnerte.

In der Nase sammelte sich dezenter Rauch, der nach einiger Zeit zunahm. Ansonsten konnte man dem Whisky beim Nosing noch nicht viel entlocken.

Auf der Zunge war dann schon mehr los. Leichter Rauch, fruchtige Süße und eine leichte Schärfe kitzelten die Rezeptoren. Durch Zugabe von Wasser ließ sich die Süße noch mehr steigern.

Diese Komposition konnte zwar den Ballechin nicht mehr vom Thron stoßen, fand aber insgesamt mehr Anklang als der Glenborrowdale und erreichte mit 5,88/10 Punkten den zweiten Platz.

Der Whisky stammte vom unabhängigen Abfüller Dun Bheagan, der diese Komposition unter Verwendung zweier Hogsheadfässer von Bunnahabhain kreiierte. Angefüllt wurde nach 10 Jahren Fasslagerung (was in Anbetracht der Farbe auf refill oder re-re-refill Fässer schließen lässt) mit 56% Fasstärke.

Dun Bheagan Bunnahabhain 10 Jahre – 5,88/10 Punkte – Bild G. Ewert