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Willkommen auf ewertonline.de,
meinem Blog über Schottland, Whisky, Kochen und mehr. Ich freue mich, dass Sie hierher gefunden haben.

 

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Den letzten 3D habe ich ja aufgrund meines Urlaubs verpasst, was nicht bedeutet, dass es in dieser Zeit keine Whiskys bei mir gegeben hätte. Meine Reise ging nach England (Lake District) und Schottland (Killin) was natürlich auch die Möglichkeit bot die ein oder andere Destillerie zu besuchen.

Einen Kurzstop machte ich unter anderem bei der Lakes Destillery in Cumbria, nicht weit von meinem Urlaubsort Portinscale nahe Keswick. Leider bin ich über diese Destillerie zu spät gestolpert und so war keine Zeit um an einer Führung teilzunehmen. Aber alleine schon von außen macht die Destillerie einen pittoresken Eindruck.

Bild © G. Ewert
Bild © G. Ewert

Wer gerne wandert, der ist im Lake District übrigens bestens aufgehoben. Die Landschaft ist einfach zauberhaft. Für ambitinierte Hiker gibt es den sog. Coast to Coast Walk. Dieser wurde in den 70ern von A. Wainwright ausführlich beschrieben und führt von St. Bee´s nach Robin Hood Bay.

Neben Dewar´s World of Whiky of Whisky besuchte ich dann in Schottland Edradour und Famous Grouse. Die letzte Station war aus meiner Sicht das schönste Erlebnis auf der Reise, denn die Führung war sehr persönlich gehalten. Als Highlight gab es im Visitor-Shop dann noch einen Glen Turret Single Cask Whisky in Fassstärke zum selber abfüllen.

Turret´s Cask, ist benannt nach einer der beiden Destillerie Katzen, die das Malz von Mäusen freihalten. Als ich den Visitorshop betrat, gönnte sich Turret gerade eine wohlverdiente Ruhepause von der harten Arbeit.

Bild © G. Ewert – „Turre“t Cat of Glen Turret Destillerie

 

Bild © G. Ewert

Katze und Whisky? Da kam ich natürlich kam ich nicht umhin mir eine Flasche mitzunehmen.

Bild © G. Ewert

Doch genug von meinem Urlaub und ab zum 3D:

Basis für die Entscheidungen im Oktober war wieder der gute Private Stock von Adelphi. Damit lag die Messlatte ausreichend hoch für die Whiskys des Abends.

Whisky No. 1

Unser erster Kandidat des Abends präsentierte sich mit sehr süßlichen Noten beim Nosing. Akzente von Himbeeren, Manderinen und für meine Nase Madeira vervollständigten das aromatische Bild.
Ein Eindruch, der sich dann auf der Zunge nicht wirklich fortsetzte. Hier wirkte der Whisky kräftig, mit holzigen Noten, einer gewissen Frische und einem kurzen, etwas herben Abgang.

Die Diskrepanz zwischen dem Bouquet und dem Geschmack machten den Whisky schon in gewisser Weise interessant, aber irgendwie fehlte ihm am Ende der letzte Kick um ihn in ganz hohe Regionen bei der Bewertung zu katapultieren. Mit Wertungen zwischen 5-7/10 Punkten waren sich die Taster des Abends untypisch einig und der Whisky erreichte 5,85 Punkte von 10 möglichen.

Ob „The Luck of the Irish“  dem West Cork trotzdem den Sieg des Abends bescheren würde sollte sich dann im Verlauf des Abends noch zeigen.
Der Madeira Geruch, den ich wahr genommen hatte war nicht ganz richtig identifiziert, denn tatsächlich handelte es sich um einen Whisky mit Rum-Finish.
Abgefüllt wurde der Tropfen in 43 % Trinkstärke, nachdem er 12 Jahre lang im Fass reifen durfte.

West Cork Rum Finish 12 Jahre – 5,85/10 Punkte – Bild © G. Ewert

 

Also weiter zu

Whisky No. 2

Das Nosing gestaltete sich bei diesem Whisky ganz anders als beim Ersten. Zitrusnoten, mit einem leicht irritierenden Geruch nach Gummi und kaltem nassen Rauch machten es nahezu unmöglich eine realistische Erwartung ans Tasting zu haben.
Doch auch hier sollte sich der Geschmack deutlich vom Nosing unterscheiden, was vielleicht das Thema des Abends gewesen sein könnte (das es offizielle diesmal nicht gab).

Der Whisky präsentierte sich weich, leicht mit süßen Noten und ein wenig Toffee im nicht wirklich langen Abgang. Allerdings fehlte es dem Whisky etwas an Komplexität, so dass auch dieser Whisky letztendlich eher ein Voting im Mittelfeld erhielt. 5,54/10 Punkten bedeutete somit zu diesem Zeitpunkt den 2. Platz hinter dem irischen West Cork.

Es handelte sich um einen 12 Jahre alten Tamdhu mit 43 % Trinkstärke. Die Tamdhu Destillery ist in der Speyside beheimatet und füllte den New Spirit, der die Grundlage für diesen Whisky bildete, in exklusive Sherry Fässer ab.

Tamdhu 12 Jahre 43 % – 5,54/10 Punkte – Bild © G. Ewert

Stellte sich die Frage, ob der

Whisky No. 3

das Zeug haben würde den Iren noch vom ersten Platz zu stoßen.

Dieser präsentierte sich beim Nosing extrem „strange“.
Zahnarzt, gemischt mit blumigen Noten und Kirsche! Das machte neugierig auf den Geschmack. Würde sich der als ähnlich komplex erweisen?

Leider nicht ganz – der Whisky präsentierte sich torfig, leicht bitter mit einem gewissen scharfen Unterton und einem relativ langen Abgang mit leichten Schokoladen Noten.
Mit Wasser wurde er etwas weicher und süßliche Noten machten sich bemerkbar, allerdings fehlte mir der fruchtig volle Geschmack der Kirschen aus dem Nosing.

Der Whisky war lecker, aber auch ihm fehlte ein wenig der finale „Kick“ und so musste er sich dann dem wirklich „glücklichen“ Iren letztendlich mit 5,62 / 10 Punkten geschlagen geben.
Er belegte damit den 2. Platz. Die Noten gingen bei diesem Whisky deutlich auseinander, was wahrscheinlich auch eine höhere Note verhinderte. Die Voting Range lag zwischen 2 und 8 Punkten, während die Noten bei den anderen 2 Whiskys dichter beieinander lagen.

Whisky No. 3 war ein 10 Jahre alter Glen Scotia mit 46 % Alkoholgehalt.

Glen Scotia 10 Jahre – 5,62/10 Punkte – Bild © G. Ewert