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Willkommen auf ewertonline.de,
meinem Blog über Schottland, Whisky, Kochen und mehr. Ich freue mich, dass Sie hierher gefunden haben.

 

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In kleiner gemütlicher Runde fand dieses Mal der Whisky 3D im Mai Stand. Während Chris und Marion nebenan im Restaurant ein Event betreuten, führte uns Ulli durch den Abend.
Natürlich starteten wir auch diesmal wieder mit dem guten Private Stock von Adelphi in den Abend. Der Private Stock begleitet uns nun schon recht lange als Eichwhisky durch die Whisky 3D´s und ist ein zuverlässiger Qualitätsgarant für unsere „Messlatte“.

So eingestimmt konnten dann auch diesmal wieder die Spiele …ähm das Tasting beginnen.

Whisky No. 01

Dieser Whisky irritierte zunächst einmal ein wenig unsere Nasen. Mir persönlich schoß erst einmal der Gedanke an Modellbau-Kleber in die Nase. Nach ein wenig Wartezeit stellten sich Baumharznoten ein.
Auf der Zunge machte das Destillat dann schon einen anderen Eindruck. Leicht Bitter, mit einem Anflug von Birne, Pfeffer und einer öligen Honig-Süße boten sich schon interessante Aspekte. Der Abgang war nicht wirklich lang, aber auch nicht so kurz, dass der Geschmack sich gleich verflüchtigt hätte.

Insgesamt hinterließ der Whisky einen gemischten Eindruck. Die Aromen des Nosings in Verbindung mit den Birnen und Fruchtnoten ließen uns an eine Obstbrennerei denken, die Whisky zusätzlich im Angebot hat.

Hinsichtlich des Alters waren wir uns zwar einig, dass es sich zwar um einen recht junge Whisky handelt, allerdings ohne auch nur im entferntesten bei unseren Mutmaßungen auf das richtige Alter zu schließen.

Der Whisky erhielt von uns an diesem Abend 5,4/10 Punkte und somit ein recht ordentliches Ergebnis, wenn man bedenkt, wie gut der Private Stock schmeckt.

Wir mussten dann feststellen, dass es sich gar nicht um einen Whisky handelte. (Nein diesmal war es auch kein Rum, wie ihn uns Marion vor einigen Jahren mal unterjubelte) Ein nur 15 Monate alter New Make hatte hier unsere Gaumen gekitzelt.

St. Kilian – Batch No. 2 New Make 15 Monate – 46 % – 5,4/10 Punkten – Bild © G. Ewert

Der Spirit St. Kilian – Two Oak Selection Batch No. 2 – wurde in der deutschen Destillerie St. Kilian produziert, gerade einmal knapp 70 km von Darmstadt entfernt. Für ein so junges Destillat war der Geschmack wirklich schon herausragend, was der Verwendung von First Fill Fässern (aus amerikanischer und europäischer Eiche) geschuldet sein dürfte.
Es ist zu erwarten, dass ältere Abfüllungen sicherlich beim Nosing besser abschneiden werden.
Abgefüllt wurde der New Make mit 46% Trinkstärke. Da ein entsprechender Hinweis fehlt, ist davon auszugehen, dass der Spirit nicht gefärbt wurde.
Ich bin schon sehr gespannt, wie längere Abfüllungen aus diesem Haus schmecken werden.

Whisky No. 02

Die Hürde für Whisky No. 2 war somit schon mal ein Stückchen höher gelegt. Doch schon beim Nosing sollte sich zeigen (soviel sei vorweg genommen), dass der nun folgende Kandidat damit umgehen konnte.

Und wie: Leichter Rauch, kräftige Noten dunkler Schokolade und ein Hauch Kaffeearoma zauberten ein fest für die Nase, das schon ziemlich einzigartig war. Gerade die Kaffee-Note habe ich bislang noch gar nicht bei einem Nosing wahr genommen und sie faszinierte mich als alten Kaffee-Junkie im besonderen.

Auf der Zunge erfüllte der Whisky (fast) alle Erwartungen, die das Nosing versprochen hatte. Malzige, schwere Süße, getragen von Holzaromen und unverkennbare Noten dunkler Schokolade überschwemmten die Geschmacksrezeptoren. Lediglich beim Abgang schwächelte dieser tolle Tropfen etwas. Dem konnte man jedoch durch die Zugabe von etwas Wasser abhelfen, was den Abgang deutlich verlängerte und die süßen Noten noch weiter aufschloss.

Ein aus meiner Sicht wirklich exzellenter Tropfen. Bewertet wurde er insgesamt mit 6,6/10 Punkten und schlug damit den St. Kilian deutlich.

The Maltman „Secret Speyside“ – 10 Jahre – 55,2% – 6,6/10 Punkte – Bild © G. Ewert

Die „The Maltman“ Abfüllungen kommen vom unabhängigen Abfüller Meadowside Blending mit Sitz in Glasgow. Der „Secret Speyside“ wurde 10 Jahre lang (wie könnte es bei dieser Süße anders sein) in einem Sherry Fass gelagert und mit 55,2 % abgefüllt. Eine ganz hervorragende Single Cask Abfüllung.

Die hohe Wertung bedeutete damit auch, dass es der letzte Kandidat schwer haben würde.

Whisky No. 03

Das Nosing brachte auch gleich wieder eher irritierende Noten an den Tag. Leichter Rauch (so weit so gut) und nasser Hund vielen mir als erstes dazu ein. Somit konnte der Geschmack eigentlich nur zu einer Steigerung führen, was dann auch der Fall war.
Auf der Zunge präsentierten sich sehr süße, cremig-ölige Noten mit einer Spur Lakritz. Trotz der Süße wirkte der Whisky irgendwie trocken. Mit am besten gefiel uns der schöne lange Abgang, aber irgendwie hinterließ das Ganze einen etwas unrunden Eindruck. es fehlte etwas, obwohl wir nicht genau sagen konnten was.

 

Black Corbie – Ardmore – 7 Jahre – 56,1 % – 5,45/10 Punkte – Bild © G. Ewert

Es handelte sich um eine Abfüllung von Rolf Kaspar der auch für unseren Adelphi Private Stock verantwortlich zeichnet. Die Whiskys der „Black Corbie“ Serie waren zuletzt sehr erfolgreich in unseren Tastings. Im November 2017 siegte der Ledaig aus dieser Serie, nachdem im Oktober bereits der Craigellachie gewonnen hatte. An diese Erfolge konnte dieser Black Corbie nicht anschließen.
Die Ardmore Abfüllung brachte es lediglich auf 5,45/10 Punkte und konnte sich damit nur knapp gegen den St. Kilian New Make durchsetzen, was nochmal für die Qualität des St. Kilian spricht.
Dabei waren die Eckdaten durchaus vielversprechend. Es handelte sich um eine Abfüllung aus 2 PX Sherry Quater Casks in 56,1% Fassstärke, die 7 Jahre reifen durfte.

Somit ergab sich am Abend folgendes Ranking:

  1. Platz – 6,6/10 Punkten -Maltman Secret Speyside
  2. Platz – 5,45/10 Punkten – Black Corbie Ardmore
  3. Platz – 5,4/10 Punkten – St. Kilian New Make 15 Monate Batch No. 2